Meinung & Position

Streik der Sozial- und Erziehungsdienste ist notwendig. Aufwertung jetzt!

Warum wird Beschäftigten, denen wir unsere Kinder anvertrauen, viel weniger gezahlt als jenen, denen wir unser Geld anvertrauen? (Grafik DIE LINKE. Schleswig-Holstein)

Ab dem morgigen Freitag wird es auch in Schleswig-Holstein unbefristete Streiks der Erzieherinnen und Erzieher sowie anderer sozialer Dienste geben. Der Ausstand ist notwendig geworden, weil die kommunalen Arbeitgeberverbände sich beharrlich weigern, auf die Forderung nach einer generellen Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe einzugehen.

Warum wird Beschäftigten, denen wir unsere Kinder anvertrauen, viel weniger gezahlt, als jenen, denen wir unser Geld anvertrauen? Warum verdienen Sozialarbeiterinnen oder Heilpädagogen weniger, als Beschäftige die Autos bauen? Es ist der Gewerkschaft ver.di zu danken, dass sie diese gesellschaftlich wichtige Frage im Rahmen der aktuellen Tarifauseinandersetzung auf die politische Tagesordnung gesetzt hat. In den sozialen Berufen arbeiten hochqualifizierte Fachleute, deren Arbeit häufig entscheidenden Einfluss auf das Leben anderer Menschen hat. Diese Tätigkeiten müssen mehr Anerkennung erfahren, eine tarifliche Aufwertung ist überfällig! DIE LINKE steht geschlossen und mit aller Entschiedenheit an der Seite der streikenden Beschäftigten.

In fünf Verhandlungsrunden haben sich die kommunalen Arbeitgeber bis zuletzt geweigert, auch nur ein Angebot vorzulegen.

Das Vorgehen der Arbeitgeber richtet sich nicht nur gegen die Beschäftigten in den Sozial- und Erziehungsdiensten, sondern direkt auch gegen die Eltern, denen aufgrund des so erzwungenen Streiks jetzt Möglichkeiten zur Kinderbetreuung fehlen. Statt auf die in diesen Tagen so beliebte Hetze gegen Gewerkschaften und ihre Grundrechte wahrnehmende Beschäftige hereinzufallen, sollte sich der Missmut hierüber gegen die tatsächlich Verantwortlichen richten: Die kommunalen Arbeitgeber! Die Streikenden in den Sozial- und Erziehungsdiensten verdienen die Solidarität aller, den ihre Arbeit ist entscheidend wichtig für die gesamte Gesellschaft.