Sichere Arbeit oder prekäre Jobs? Am 23. März: Kiel entscheidet!

Schlechte Arbeit bei Möbel Kraft. Kritik aus den Gewerkschaften.

Gestern wurde ein Arbeitsvertrag von Möbel Kraft publik, der zeigt, dass das Unternehmen bei Gewerkschaften nicht umsonst einen miserablen Ruf genießt. Es werden nahezu alle Erschwernisse vorgenommen, die das Arbeitsrecht noch gerade so legal möglich macht. Es wird mit am Verkaufserfolg orientierten sogenannten „Qualifikationsstufen“ gearbeitet, durch die Verkäuferinnen und Verkäufer ständig unter enormen Druck stehen: Wer Verkaufsabschlüsse unter einem vermeintlichen Durchschnitt erzielt, dem drohen im Folgejahr Gehaltseinbußen von fast 10%. Die Angestellten verdienen teilweise weniger als 6 Euro netto die Stunde.

Laut unserer Kenntnis hat Möbel Kraft diesen Arbeitsvertrag auf Nachfrage weder bestätigt noch dementiert.

Auf ihrer gestrigen Sitzung hat der Bezirksvorstand der zuständigen Handelsgewerkschaft Verdi aufgrund scharfer Kritik aus den eigenen Reihen keine Empfehlung für die Ansiedlung von Möbel Kraft ausgesprochen, wie dies vor einigen Wochen der örtliche DGB-Vorsitzende und SPD-Kommunalpolitiker Frank Hornschu getan hat.

„Die Stadt hätte die Möglichkeit gehabt Möbel Kraft per Kaufvertrag auf Tariflöhne zu verpflichten. Vielleicht hätten SPD, CDU und Grüne dem Antrag der LINKEN seinerzeit zustimmen sollen, vielleicht hätte es dann gestern auch eine Empfehlung von Verdi für die Ansiedlung gegeben“, so der arbeitsmarktpolitische Sprecher der LINKEN in Schleswig-Holstein, Stefan Karstens.

„Möbel Kraft muss sein Geschäftsmodell dringend erklären und darf sich jetzt die verbleibenden Tage nicht einfach wegducken. Es gilt ganz einfache Frage zu beantworten: Warum hält sich Möbel Kraft nicht an Tarifverträge? Mit was für Arbeitsbedingungen haben eventuelle künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kiel konkret zu rechnen? Die Kielerinnen und Kieler haben Antworten verdient, um am Sonntag eine Entscheidungsgrundlage zu haben“, so Stefan Karstens abschließend.

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