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Interview mit: mir

Das Infoblatt unseres Kreisverbandes, die Linksrum, hat mich in seiner aktuellen Ausgabe interviewt. Mit freundlicher Genehmigung veröffentliche ich das Interview auch an dieser Stelle.

Linksrum: Du trittst nach 2009 nun zum zweiten Mal für DIE LINKE als Direktkandidat im Wahlkreis Rendsburg-Eckernförde an. Was sind Deine Beweggründe?

Stefan Karstens: Ich bin hier aufgewachsen, habe die meiste Zeit meines Lebens hier gelebt und seinerzeit den Kreisverband der LINKEN mit aufgebaut. Es liegt mir am Herzen, dass auch in dieser Region eine starke Stimme gegen marktradikalen Unsinn und für soziale Gerechtigkeit hörbar ist. Auch hier vor Ort liegt vieles im Argen. Ein Bundestagswahlkampf ist eine gute Gelegenheit, auf solche Missstände hinzuweisen und Alternativen anzubieten.

Linksrum: Welche politischen Handlungsschwerpunkte siehst Du in einer Region wie Rendsburg-Eckernförde?

Stefan Karstens: Viele Menschen sind nur noch in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, insbesondere in den Bereichen Tourismus und Einzelhandel haben sich die Arbeitsbedingungen in den letzten zehn Jahren deutlich verschlechtert. Gewerkschaften legen hierzu immer wieder erschreckende Zahlen vor: So arbeiten in Schleswig-Holstein  bereits über 25 Prozent aller vollerwerbstätigen Personen für einen Niedriglohn. Im Einzelhandel sind es gar über 40 Prozent, bei ständig zunehmenden Belastungen, immer längeren Öffnungs- und damit Arbeitszeiten. Ich selbst habe viele Jahre im Einzelhandel gearbeitet und weiß, wovon ich spreche. Die einfache Formel »Wer arbeitet, muss davon leben können!« hat nichts an Aktualität eingebüßt.

Weitere Punkte: Insbesondere auf dem Lande wird die Gesundheitsversorgung schwieriger, Arztpraxen schließen, Wege werden länger. Hier zeigen sich bereits die Folgen der neoliberalen »Reformen« der letzten Jahre in einer Weise, die vielen Menschen das Leben schwer macht. Aufgrund der bewussten Zerstörung der gesetzlichen Rentenversicherung rollt auch auf den Kreis Rendsburg-Eckernförde die bittere Realität einer umfassenden Altersarmut zu. Und dies nicht erst in vielen Jahrzehnten, bereits heute lebt hier zum Beispiel jede zweite Rentnerin von weniger als 800 Euro im Monat. Unsere Forderung nach einer Mindestrente von 1 050 Euro ist keineswegs unrealistisch — der Finanzierungsplan liegt ja auf dem Tisch -, sondern notwendig, um Lebensleistungen anzuerkennen und ein würdiges Leben im Alter zu garantieren.

Linksrum: DIE LINKE tritt bundesweit mit dem Slogan »100 % sozial« zur Bundestagswahl an. Was ist damit konkret gemeint?

Stefan Karstens: Die wohlklingende so genannte »Sparpolitik« hat Lebensperspektiven unsicherer gemacht, öffentliche Dienstleistungen abgebaut — und trotzdem keinen einzigen Cent real gespart. Reiche werden immer Reicher und Arme immer ärmer. Hier muss es einen grundlegenden Wandel geben: Es braucht endlich eine gerechte Steuerpolitik, die Arbeitnehmer entlastet und Kapitaleinkommen wieder verstärkt für die Finanzierung öffentlicher Aufgaben heranzieht. Die behauptete Alternativlosigkeit dieser Kürzungspolitik ist eine Lüge.
Es gibt durchaus eine Alternative: Statt Politik im Interesse einer vermögenden Minderheit zu machen, müssen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. DIE LINKE hat hierzu in ihrem Wahlprogramm konkrete Vorschläge gemacht. Es liegt an den Parteien, welche die jetzigen Umstände zu verantworten haben, den Wählerinnen und Wählern zu erklären, warum Vorschläge wie ein gesetzlicher Mindestlohn in existenzsichernder Höhe, Mietpreisbremsen, eine Mindestrente oder die Zurückdrängung unsicherer Beschäftigungsverhältnisse nicht möglich sein sollen. DIE LINKE hat ihre Hausaufgaben gemacht, alle unsere Vorschläge sind mit einer Finanzierung auf Euro und Cent versehen. Wer jetzt sagt, eine sozial gerechte Politik sei »nicht finanzierbar«, soll erklären, warum stattdessen
Steuermilliarden für Bankenrettung und Lobbygeschenke besser angelegt sind.

Linksrum: Vielen Dank für das Interview!

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