Das Hörnbad in Kiel, davor ein Bauzaun und Baumaterial.

Hörnbad wird richtig teuer

Beim gestrigen Finanzausschuss ging es gleich zu Beginn um die umfangreichen Mängel am neuen Hörnbad. Eine kürzlich von der Verwaltung endlich veröffentlichte Liste der Bau- und Planungsmängel zeigt das ganze Fiasko: falsche Fliesen, Schwierigkeiten mit dem Hubboden, nicht nutzbare Startblöcke, Probleme mit der Strömungstechnik, eine fehlerhaft geplante Außentreppe, neuerdings auch Algenbildung im Wasser.

Monatelang musste der Verwaltung jedes neue Hiobsbotschaft über das Hörnbad-Fiasko sprichwörtlich aus der Nase gezogen werden, vieles wurde nur in nicht-öffentlicher Sitzung überhaupt angesprochen ─ insoweit ist die öffentliche Vorlage der Mängelliste zumindest ein kleiner Fortschritt in Sachen Transparenz. Ebenso wird auch seitens der Stadtverwaltung erstmals der Begriff Planungsmangel in den Mund genommen, nachdem lange Zeit die Mär vom „pfuschenden Handwerk“ als einzige Ursache der gegenwärtigen Probleme bemüht wurde.

Ziemlich frech hingegen ist die Angabe in besagter Mängelliste, bisher seien „nur Mehrkosten in Höhe von 700.000 Euro“ entstanden. Es handelt sich hier um die Mehrkosten, die seit der letzten (wiederholt) beschlossenen Erhöhung des Kostenansatzes entstanden sind. Insgesamt sind für das Hörnbad bisher Kosten von schätzungsweise über 30 Mio. Euro enstanden ─ schon ein Drittel mehr, als seinerzeit beim ursprünglichen Planungsbeschluss überhaupt vorgesehen war. Ein Ende ist noch nicht abzusehen. Um es in Erinnerung zu rufen: Einst war der Plan, durch Schließung der sanierungsbedürftigen Stadtteilbäder (Lessingbad, Gaardener Schwimmhalle) und Bau eines Zentralbads an der Hörn Kosten zu sparen. Für das bisher aufgewendete Geld hätten diese Bäder problemlos saniert werden können, vielleicht sogar samt dem Bau einer weiteren einfachen Schwimmhalle für Sport- und Lehrzwecke, etwa in Mettenhof.

Kleiner Kiel-Kanal wird ebenso teurer

Ein weiteres, und völlig unnötiges, Bauprojekt ist der Kleine Kiel-Kanal an der Holstenbrücke. Auch hier ist neben einer deutlich längeren Bauphase samt negativer Auswirkungen auf die Innenstand mit erheblich höheren Kosten zu rechnen. Dieses wurde gestern zwar in nicht-öffentlicher Sitzung behandelt, aber da es heute schon in den Kieler Nachrichten steht: Niemand hat sich auf die Ausschreibung für die notwendige Wassertechnik beworben, aus den veranschlagten 843.000 Euro werden wohl irgendwann deutlich mehr Kosten für die Steuerzahler*innen. Jetzt möchte die Verwaltung quasi auf Knien zu Baufirmen rutschen und um ein Angebot betteln. Da diese „Strategie“ zwar eine extreme Steigerung des Finanzbedarfs garantiert, es aber keine Alternative (mehr) zum Weiterbau des Torsten-Albig-Gedächtnisbeckens gibt, habe ich mich in dieser Frage enthalten.

Freibad Katzheide wird saniert ─ und bleibt 2019 geschlossen

Neben allerlei unstrittigen Projekten und Ausschreibungen ging es in der Sitzung des Finanzausschusses auch um die Freigabe von Geldern für die Sanierung des Freibads Katzheide, die 334.000 Euro über der ursprünglichen Planung liegen. Kleiner Fun Fact am Rande: Durch diesen Betrag ändert sich am Haushalt der Landeshauptstadt Kiel nichts, da einfach die Gelder umgeschichtet wurden, die am Holstein-Stadion nicht verbraucht werden, da keine Baufirma für den Tribünen-Neubau ein Angebot eingereicht hatte.

Die Sanierungsarbeiten sollen in den nächsten Monaten beginnen. Schon vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass das Freibad Katzheide (mindestens) in diesem Sommer komplett geschlossen bleiben wird. Ob der als Ersatz hierfür vorgesehene Freizeitbereich im Hörnbad noch in diesem Jahr öffnen wird?

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