Neulich im Landtag

Die FDP will zurück ins bildungspolitische Mittelalter

Freie Bildung! Offen für alle, ausfinanziert, demokratisch. (Bild: Linksjugend ['solid])

Zu den tatsächlichen Verbesserungen, welche die rot-grün-blaue Landesregierung in den letzten Jahren erreicht hat, gehört ein gewisser Fortschritt in der Bildungspolitik. So wurde die sogenannte Schulübergangsempfehlung zum Ende der Grundschule abgeschafft, Erziehungsberechtigte können frei und ohne Beeinflussung entscheiden, ob sie ihre Kinder auf die Gemeinschaftsschule oder ein Gymnasium schicken wollen.

Diese Errungenschaft möchte die FDP unbedingt wieder abschaffen und hat entsprechendes im Landtag beantragt (Drs. 18/3346). Nach dem Willen der sogenannten Liberalen soll Kindern wieder im Alter von nur neun Jahren ihre weitere Bildungslaufbahn vorherbestimmt werden. Tatsächlich fordert die FDP gar, diese Schulübergangsempfehlung dann verbindlich zu machen – solche vorsintflutlichen Regelungen existieren in Schleswig-Holstein schon seit den 80er Jahren nicht mehr. Ebenso möchte die FDP für Gymnasien das so bezeichnete „Abschulen“ nach der sechsten Klasse erleichtern: Wer in der Orientierungsstufe nicht die vermeintlich notwendige Leistung erbringt fliegt – und das automatisch.

Glücklicherweise folgte die Mehrheit der Landtagsabgeordneten diesem Ansinnen nicht und lehnte die Vorlage ab.

DIE LINKE hätte einen noch einfacheren Vorschlag: Weg mit dem noch aus der Kaiserzeit stammenden mehrgliedrigen Schulsystem, endlich gemeinsamer Unterricht für alle bis zur 10. Klasse, so wie in jedem anderen entwickelten Land der Erde auch.