Landtagswahl 2017Meinung & PositionPressemitteilung

Der Bus muss auch in Kleinstädten und Dörfern regelmäßig kommen

Aufnahme im Inneren eines Bus (Symbolfoto)

Der Wirtschaftsausschuss des Landtages befasst sich heute mit verschiedenen Anträgen zum Thema Stärkung der Mobilität im ländlichen Raum. Für DIE LINKE stehen allerdings die wichtigsten Punkte gar nicht auf der Tagesordnung: Mehr Verbindungen auch außerhalb der Ballungsgebiete sowie sinkende Fahrpreise wären notwendig, um den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) tatsächlich attraktiver zu gestalten.

Stefan Karstens, verkehrspolitischer Sprecher des Landesvorstandes und Kandidat zur Landtagswahl, hierzu: „Einfach zu beschließen dass der ÖPNV auf dem Lande attraktiver werden muss, so wie es heute im Ausschuss passiert, ist ungenügend. Sonntagsreden befördern niemanden von A nach B. Es muss tatsächlich etwas passieren: Auch Kleinstädte und Dörfer brauchen an jedem Tag der Woche regelmäßige Bus-Anbindungen, sich hier weiter auf die Schülerbeförderung als Pflichtaufgabe zurückzuziehen reicht nicht aus.

Eine Stärkung der Mobilität im ländlichen Raum funktioniert nur, wenn der Bus auch am Wochenende und in den Ferien fährt. Ebenso müssen niedrigere Fahrpreise endlich Thema werden: Die Ticketpreise für den Nahverkehr in Schleswig-Holstein gehören bereits jetzt zu den höchsten der Republik. Wer es mit der Förderung des Umsteigens vom Auto auf den ÖPNV ernst meint, muss die Fahrpreise senken! Mit den zusätzlichen Regionalisierungsmitteln vom Bund sowie einem Haushaltsüberschuss von 565 Millionen Euro wäre eine solche Maßnahme problemlos finanzierbar.“

Sebastian Borkowski, jugendpolitischer Sprecher der LINKEN in Schleswig-Holstein, ergänzt: „Gerade für Auszubildende aus kleineren Orten ist es derzeit eine immense finanzielle Belastung, mit dem ÖPNV zum Ausbildungsbetrieb oder zur Berufsschule in die nächste Stadt zu fahren. Nicht selten muss hierfür ein größerer Anteil der häufig geringen Auszubildendenvergütung aufgewendet werden. Hierdurch besteht die Gefahr, dass Beruf und Ausbildungsort nicht wirklich frei gewählt werden können, sondern vom Geldbeutel abhängen. Das darf nicht sein! Deswegen bekräftigt DIE LINKE Schleswig-Holstein ihre Forderung nach einem Azubi-Ticket, welches Auszubildende im ganzen Land freier in ihrer Ausbildungsplatzsuche und Freizeitgestaltung macht.“